Mauern erfahren

Berlin: Ausstellung im Martin Gropius Bau

Die Ausstellung verdeutlicht die Machtstrukturen der deutschen Teilung

Sie lassen einen nicht mehr los, diese verzweifelten Stimmen, die durch einen komplett abgedunkelten Raum schallen.


Man erkennt die Hand vor Augen nicht, hört nur Studenten durch ein Megafon brüllen. Es sind syrische Drusen, und sie rufen den Müttern, die getrennt von ihnen auf der anderen Seite eines bewachten Zauns leben, persönliche Botschaften zu.


Was man auf diese Weise als Besucher der Gruppenausstellung „Durch Mauern gehen“ im Berliner Gropius Bau erlebt, hat sich real ereignet – unter den Augen der Grenzposten. Die Installation der Künstlerin -Smadar Dreyfus in Berlin ist eine von 28 Arbeiten, die bis zum 19. Januar 2020 gezeigt werden. Anlass ist der 30. Jahrestag des Mauerfalls; und insofern ist es kein Zufall, dass die Besucher ein Reststück der Berliner Mauer durch die Fenster der Ausstellungsräume sehen. Jahrzehntelang verlief die Mauer an der Nordseite des Museumsgebäudes.


Die Künstler, deren Werke hier ausgestellt sind, untersuchen allesamt Machtstrukturen, die auf Teilung und Trennung fußen – nicht nur wie vor 1989, sondern auch wie im Fall der syrischen Drusen. In Zeiten des Rechtspopulismus bedeutet das, dass sich der Blick auch auf Mauern richtet, die durch soziale Spaltung oder Sprachbarrieren entstehen. So ist auf dem Gemälde „Beach of Plenty“ des Künstlers -Michael -Kvium ein Mittelmeerstrand zu sehen; Badende stehen am Wasser und beobachten ein ankommendes Schlauchboot voller Flüchtlinge. Das Meer, das sie verbinden könnte, erscheint als unüberwindbare Mauer. Die Ausstellung ist ein Erfahrungsraum, der Barrieren und Trennung als traurigen Teil der Gegenwart erlebbar macht.

Die Ausstellung „Durch Mauern gehen“ ist bis zum 19. Januar im Gropius Bau, Berlin zu sehen.

Rocket Man

Über Jahrzehnte fütterte Elton John eine globale Hörerschaft mit Ohrwürmern.


Im Film „Rocket Man“ verkörpert Taron Egerton den Musiker nun als stimmgewaltigen Bühnendarsteller, fast gescheitert auf dem Weg von einer lieblosen Familie aus Middlesex in die größten Hallen der Welt. Ein verrückter Individualist auf der Suche nach Liebe – früh berühmt, aber verzweifelt einsam im gnadenlosen Showbusiness. Ein sehenswerter Film für Freunde der Musik und Exzentrik!

Podcasts

… sind das Trendmedium unserer Zeit.


Das beweisen die unzähligen Podcastreihen deutscher Medienhäuser von Spiegel bis Springer. Ob Kindererziehung oder Sexualpraktiken – zu jedem Thema gibt es den passenden Podcast. Wie soll man in diesem Chaos den richtigen Podcast zur Befriedigung des subjektiven Informationsbedürfnisses finden? Dieser Frage nimmt sich das Start-up Podimo an. Durch die Analyse von individuellem Hörverhalten möchte das Unternehmen Hörern unentdeckten Content anbieten.


Das erklärte Ziel: das Netflix für Podcasts zu werden.