In Kürze

KOMPASS

Wo noch demonstriert werden darf – und wo nicht

Deutschland ist ein föderaler Staat. Unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern ermöglichen der Politik mehr Bürgernähe und erlauben, voneinander zu lernen. Manchmal stiftet er aber auch Verwirrung.

Die Vielzahl individueller Regelungen auf Landesebene lässt Deutschland einem wahren Flickenteppich gleichen, sei es im Schulsystem, im Gesundheitswesen – oder heute mit Blick auf die Corona-Maßnahmen. So entscheidet jedes Bundesland nach eigenem Ermessen, welche Maßnahmen im Zuge der Corona-Krise verhängt und welche gelockert werden können. Die Folge: In zehn Bundesländern darf auf öffentlichen Plätzen gegrillt werden, in fünf nicht, und in Baden-Württemberg gibt es dazu keine einheitliche Regelung. Auch das Demonstrationsrecht, immerhin ein im Grundgesetz verankertes Grundrecht mit universeller Gültigkeit, ist derzeit stark eingeschränkt. Unsere Karte zeigt, wo noch Demonstrationen stattfinden dürfen, wo sie verboten sind und wo es Sonderregelungen gibt.

Quelle: SZ-GRAFIK (Stand 30.4.2020)

KOMPASS

Wo noch demonstriert werden darf – und wo nicht

Deutschland ist ein föderaler Staat. Unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern ermöglichen der Politik mehr Bürgernähe und erlauben, voneinander zu lernen. Manchmal stiftet er aber auch Verwirrung.

Die Vielzahl individueller Regelungen auf Landesebene lässt Deutschland einem wahren Flickenteppich gleichen, sei es im Schulsystem, im Gesundheitswesen – oder heute mit Blick auf die Corona-Maßnahmen. So entscheidet jedes Bundesland nach eigenem Ermessen, welche Maßnahmen im Zuge der Corona-Krise verhängt und welche gelockert werden können. Die Folge: In zehn Bundesländern darf auf öffentlichen Plätzen gegrillt werden, in fünf nicht, und in Baden-Württemberg gibt es dazu keine einheitliche Regelung. Auch das Demonstrationsrecht, immerhin ein im Grundgesetz verankertes Grundrecht mit universeller Gültigkeit, ist derzeit stark eingeschränkt. Unsere Karte zeigt, wo noch Demonstrationen stattfinden dürfen, wo sie verboten sind und wo es Sonderregelungen gibt.

Quelle: SZ-GRAFIK (Stand 30.4.2020)

63%

der Deutschen sind bereit, Selbstständige und Kreative in der Corona-Krise zu unterstützen. Das ergab eine Umfrage der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Die rund vier Millionen Selbstständigen, kleinen Unternehmen und Künstler sind von den Einschränkungen besonders betroffen. Mit jedem weiteren Tag drohen sie weiter in die finanzielle Krise zu rutschen. So gestalten die Unternehmen neue digitale Modelle, um ihre Betriebe vor dem Kollaps zu bewahren.

zur Umfrage: www.freiheit.org/umfrage

Unterstützung in Zeiten von Corona

Aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus sind vielfältige Beschränkungen des öffentlichen Lebens nötig. Das trifft nicht nur jeden Einzelnen, sondern auch viele Selbstständige, Künstler und Kreative. Was würden Sie tun, um diese Personen jetzt und nach der Krise zu unterstützen?

1) Abhol- und Lieferdienste der Gastronomie nutzen 2) Gutscheine beim Friseur kaufen und später einlösen 3) Handwerkern eine Anzahlung für später ausgeführte Aufträge geben 4) Im Buchladen um die Ecke Bücher bestellen und später abholen 5) Online-Konzerte hören und dafür bezahlen 6) Online-Angebote für Musikschulen nutzen und dafür bezahlen 7) Online mit einem Yoga-Lehrer praktizieren und dafür bezahlen 8) Einen Online-Kurs meines Lieblingsbarmixers schauen und bezahlen 9) Keines der genannten 10) Weiß nicht/keine Angaben

Die repräsentative Umfrage wurde von YouGov vom 27. bis zum 29. März mit 2037 Teilnehmern im Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit durchgeführt.

buzzword

„Social Distancing“, „Corona-Babys“, „Infodemie“. Durch die Corona-Krise hat eine erstaunliche Zahl an Neologismen Einzug in die deutsche Sprache erhalten. Unser Favorit: Der „Zoom-Room“, ein Bereich im Zimmer, der für Videocalls ansprechend hergerichtet wird – während es rundherum chaotisch aussieht.

nerdis- welcher video konfi chat ist safe und easy? gibt es open s wo man nicht den rechner aus fenster schmeisst wegen unpraktikabel – seit dem krieg nicht mehr genutzt so ein zeug, könnte man wieder brauchen jetzt.

Sibylle Berg sucht auf Twitter nach technischem Support.

Foto: Sabina Bobst / Lunax

KONZENTRAT

Morgen, Tinder, wird’s was geben

„Die Hosen der Toten“, der dritte und letzte Roman der legendären „Trainspotting“-Reihe von Irvine Welsh überzeugt mehr durch seine Kapitelüberschriften als durch seine Inhalte.

Foto: picture alliance / Capital Pictures

DURCHBLICK

Die ignorierten Karrierefrauen

Frauen in Führungspositionen? Fehlanzeige, zumindest in den Büchern, die an deutschen Schulen genutzt werden, wie eine Studie im Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit zeigt. Die beiden Verfasser, Jürgen Schlösser und Michael Schuhen von der Universität Siegen, stellen fest, dass ausgerechnet Wirtschafts-Schulbücher traditionelle Rollenzuschreibungen transportieren – mit negativen Folgen für die Wirtschaft. Unternehmerinnen oder Managerinnen werden nur selten erwähnt und gängige Rollenbilder kaum problematisiert.

„Werden im Hinblick auf Unternehmertum immer wieder weibliche Vorbilder als Mitarbeiterinnen und Untergebene, männliche dagegen als Unternehmer und Arbeitgeber präsentiert, so werden traditionelle Rollenzuschreibungen zementiert“, fasst Bildungsforscher Schuhen die Studie zusammen.

Es handelt sich um eine entscheidende gesellschaftliche Frage: „Wir wollen, dass Mädchen davon träumen, erfolgreiche Unternehmerinnen zu werden. Dafür müssen wir uns im Bereich Gleichstellung um die Ursachen kümmern, statt uns an den Symptomen abzuarbeiten. Es ist die zentrale bildungspolitische Aufgabe, dass wir Kindern in der Schule positive Rollenvorbilder vermitteln“, kommentiert Karl-Heinz Paqué die Studie. „Und das heißt eben auch, dass Mädchen in ihrer Schulzeit erfolgreiche weibliche Unternehmerinnen kennenlernen müssen.“

zur Studie: https://shop.freiheit.org/#!/Publikation/867

Foto: Klaus Vedfelt / Getty Images

STAFFELEI

Der teuerste Heuhaufen der Welt

Wer Monet kennt, denkt an Gärten, an Seerosen – und an Heuhaufen. Getreideschober zu allen erdenklichen Tages- und Nachtzeiten, im Frühling und im Winter, waren ein beliebtes Motiv des impressionistischen Malers. Insgesamt 25 Heuhaufen malte Monet auf Leinwand. Jedes Gemälde ist einzigartig und ein Zeugnis seines meisterhaften Spiels mit Licht und Farbe.

Einer dieser Heuhaufen machte im vergangenen Jahr Schlagzeilen: Für 110,7 Millionen Dollar wurde Monets Gemälde „Les Meules“ (links) versteigert – der nun teuerste Heuhaufen der Welt.

Das Museum Barberini in Potsdam widmet sich in der bisher größten Monet-Ausstellung Deutschlands mit dem Titel „Monet. Orte“ dem Wirken des Malers – darunter auch „Les Meules“.

Da das Barberini seine Türen im Zuge der Corona-Krise schließen musste, gibt es die ganze Ausstellung digital:

https://prolog.museum-barberini.com/monet/

Foto: Odd Andersen / AFP

STAFFELEI

Der teuerste Heuhaufen der Welt

Wer Monet kennt, denkt an Gärten, an Seerosen – und an Heuhaufen. Getreideschober zu allen erdenklichen Tages- und Nachtzeiten, im Frühling und im Winter, waren ein beliebtes Motiv des impressionistischen Malers. Insgesamt 25 Heuhaufen malte Monet auf Leinwand. Jedes Gemälde ist einzigartig und ein Zeugnis seines meisterhaften Spiels mit Licht und Farbe.

Einer dieser Heuhaufen machte im vergangenen Jahr Schlagzeilen: Für 110,7 Millionen Dollar wurde Monets Gemälde „Les Meules“ (links) versteigert – der nun teuerste Heuhaufen der Welt.

Das Museum Barberini in Potsdam widmet sich in der bisher größten Monet-Ausstellung Deutschlands mit dem Titel „Monet. Orte“ dem Wirken des Malers – darunter auch „Les Meules“.

Da das Barberini seine Türen im Zuge der Corona-Krise schließen musste, gibt es die ganze Ausstellung digital:

https://prolog.museum-barberini.com/monet/

Foto: Odd Andersen / AFP

Donald Trump

am 6. März in Atlanta über die Arbeit der amerikanischen Gesundheitsinstitute in der Corona-Krise.

Foto: Jeff J Mitchell / AFP via Getty Images

„Ich mag dieses Zeug. Ich verstehe es wirklich. Die Leute sind überrascht, dass ich es verstehe. Jeder dieser Ärzte sagte: ,Woher wissen Sie so viel darüber?‘ Vielleicht bin ich ein Naturtalent. Vielleicht hätte ich das tun sollen, anstatt als Präsident zu kandidieren.“

„Staatsmännische Kunst ist der weise Einsatz individueller Unzulänglichkeiten für das Gemeinwohl.“

Abraham Lincoln

wusste schon vor 150 Jahren, dass gesunde Selbstkritik einen Präsidenten zu einem guten Präsidenten machen kann.

Foto: Stocktrek Images, Inc. / Alamy Stock Photo

Der Trend

Luxemburg führt als erstes Land der Welt einen komplett gebührenfreien öffentlichen Personennahverkehr ein. Das Projekt geht auf Initiative der liberalen Demokratesch Partei zurück.

Die Einnahmen durch den Verkauf von Fahrkarten machten bisher lediglich 40 Millionen Euro aus. Durch den Wegfall von Ticketkontrollen und die Abschaffung des Ticketverkaufs werden die Mindereinnahmen eingespart.

Die Regierung erhofft sich durch die Gratisnutzung einen Zuwachs im öffentlichen Transport, der eine saubere und klimafreundliche Alternative zum Individualverkehr darstellt.“

Monica Semedo, MdEP aus Luxemburg und Mitglied der regierenden Demokratesch Partei

Foto: imago images/photonews.at

30 Jahre

alt wurde das Hubble-Weltraumteleskop Ende April. Hubble schwebt hoch über unserer Atmosphäre und studiert den Kosmos. Das Weltraumteleskop und seine Instrumente, eine internationale Kooperation zwischen der NASA und der Europäischen Weltraumorganisation, hat unsere Wahrnehmung der Welt verändert. Gemeinsam haben wir in die Tiefen der Zeit geblickt.

Foto: Wikimedia Commons

30 Jahre

alt wurde das Hubble-Weltraumteleskop Ende April. Hubble schwebt hoch über unserer Atmosphäre und studiert den Kosmos. Das Weltraumteleskop und seine Instrumente, eine internationale Kooperation zwischen der NASA und der Europäischen Weltraumorganisation, hat unsere Wahrnehmung der Welt verändert. Gemeinsam haben wir in die Tiefen der Zeit geblickt.

Der Trend

Luxemburg führt als erstes Land der Welt einen komplett gebührenfreien öffentlichen Personennahverkehr ein. Das Projekt geht auf Initiative der liberalen „Demokratesch Partei“ zurück.

Die Einnahmen durch den Verkauf von Fahrkarten machten bisher lediglich 40 Millionen Euro aus. Durch den Wegfall von Ticketkontrollen und die Abschaffung des Ticketverkaufs werden die Mindereinnahmen eingespart.

„Die Regierung erhofft sich durch die Gratisnutzung einen Zuwachs im öffentlichen Transport, der eine saubere und klimafreundliche Alternative zum Individualverkehr darstellt.“

Monica Semedo, MdEP aus Luxemburg und Mitglied der regierenden „Demokratesch Partei“