Gesellschaft

„Heute wissen Kids wirklich alles besser“

Sind Jugendliche die Schrittmacher der Gesellschaft?

Foto: Netflix

„Heute wissen Kids wirklich alles besser“

Sind Jugendliche die Schrittmacher der Gesellschaft?

Foto: Netflix

Text: Felix Langrock

Sage und schreibe 17.500.000 Menschen in Deutschland sind älter als 65 Jahre. Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass das Verhältnis zwischen jungen und alten Leuten nicht ausgeglichen ist – unsere Gesellschaft wird immer älter. Da könnte man meinen, dass es vor allem die älteren Generationen sind, die den Ton angeben. Tatsächlich aber stoßen gerade die Jugendlichen häufig gesellschaftliche Entwicklungen an. Wir können das aktuell bei der „Fridays for Future“-Bewegung sehen. Aber warum ist es eigentlich so, dass wichtige Impulse von den Jungen kommen? Wollen Erwachsene mit den drängendsten Problemen der Gesellschaft nichts (mehr) zu tun haben? Oder haben sie schon aufgegeben, weil sie wissen, dass Veränderungen nicht so leicht umzusetzen sind?

Der Journalist Timo Feldhaus geht in seinem Artikel „Heute wissen Kids wirklich alles besser“ genau diesen Fragen auf den Grund. Seiner Meinung nach hat die junge Generation einen noch unverstellten Blick auf Probleme. Deshalb bewerten wir Situationen spontan und nach unserem Gefühl. Timo Feldhaus’ These: Jugendliche haben in ihrer relativ kurzen Lebenszeit noch nicht viele schlechte Erfahrungen sammeln können und gleichzeitig verfügen sie über kein großes Wissen in Bezug auf die Probleme der Gesellschaft. Sind wir also einfach unwissender als die Erwachsenen und handeln deshalb unüberlegter, weil wir die gesellschaftlichen Zusammenhänge nicht verstehen?


Felix Langrock besucht die gymnasiale Oberstufe und bloggt in seiner Freizeit über Wirtschaft und Politik. Hier: felix-langrock.de

Text: Felix Langrock

Sage und schreibe 17.500.000 Menschen in Deutschland sind älter als 65 Jahre. Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass das Verhältnis zwischen jungen und alten Leuten nicht ausgeglichen ist – unsere Gesellschaft wird immer älter. Da könnte man meinen, dass es vor allem die älteren Generationen sind, die den Ton angeben. Tatsächlich aber stoßen gerade die Jugendlichen häufig gesellschaftliche Entwicklungen an. Wir können das aktuell bei der „Fridays for Future“-Bewegung sehen. Aber warum ist es eigentlich so, dass wichtige Impulse von den Jungen kommen? Wollen Erwachsene mit den drängendsten Problemen der Gesellschaft nichts (mehr) zu tun haben? Oder haben sie schon aufgegeben, weil sie wissen, dass Veränderungen nicht so leicht umzusetzen sind?

Der Journalist Timo Feldhaus geht in seinem Artikel „Heute wissen Kids wirklich alles besser“ genau diesen Fragen auf den Grund. Seiner Meinung nach hat die junge Generation einen noch unverstellten Blick auf Probleme. Deshalb bewerten wir Situationen spontan und nach unserem Gefühl. Timo Feldhaus’ These: Jugendliche haben in ihrer relativ kurzen Lebenszeit noch nicht viele schlechte Erfahrungen sammeln können und gleichzeitig verfügen sie über kein großes Wissen in Bezug auf die Probleme der Gesellschaft. Sind wir also einfach unwissender als die Erwachsenen und handeln deshalb unüberlegter, weil wir die gesellschaftlichen Zusammenhänge nicht verstehen?

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Sex Education war 2019 eine der erfolgreichsten Netflix-Produktionen. Über acht Folgen begleitet der Zuschauer Otis Milburn, einen schüchternen Jugendlichen, auf seinem Weg zum gefragten Sexualtherapeuten für seine Mitschüler. Im Januar 2020 erschien die zweite Staffel auf Netflix.

Das mag in bestimmten Bereichen des Lebens möglicherweise so sein. Aber mitnichten nicht in allen. Gerade können wir in der Netflix-Serie „Sex Education“ sehen, wie der scheue Otis seinen Mitschülerinnen und Mitschülern die Komplexität des menschlichen Zusammenlebens erklärt – und das mit Abstand besser als seine Mutter, die immerhin Sextherapeutin ist. Dieses Beispiel zeigt: Jugendliche können viel einfacher und verständlicher erklären als mancher Erwachsener. Und das sogar beim Thema Sex.

Und es gibt noch weitere Gebiete, auf denen wir Jugendliche viel mehr Wissen haben und den meisten Erwachsenen voraus sind. Beispiel Drogen: In der Schule, durch Freunde und auch durchs Internet werden viele Jugendliche früh an das Thema herangeführt. Viele wissen schon mit zwölf Jahren mehr über Folgen und Effekte des Drogenkonsums als ihre eigenen Eltern. Wir sind also doch nicht ganz so unwissend, wie es mancher Erwachsener vermuten würde. Ganz im Gegenteil.

Also, wir Jungen können Wissen vermitteln, wir können recherchieren. Und wir trauen uns zu, Veränderungen anzugehen. Weil wir uns durch unsere „Unwissenheit“ nicht entmutigen lassen. Dennoch muss uns Jugendlichen auch bewusst sein, dass wir die wirklich wichtigen Probleme der Gesellschaft, wie zum Beispiel den Klimawandel oder Bildungsungleichheit, nicht alleine lösen können. Die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf Probleme zu lenken ist das eine. Das andere ist, zusammen mit Politikern, Vertretern der Wirtschaft und der ganzen Gesellschaft diese Probleme auch zu lösen. Wir haben mit unseren Ideen schon viel angestoßen. Jetzt liegt es an uns allen, eine wirklich funktionierende und erfolgreiche Zusammenarbeit aller zu ermöglichen und Herausforderungen direkt anzugehen.


Felix Langrock besucht die gymnasiale Oberstufe und bloggt in seiner Freizeit über Wirtschaft und Politik. Hier: felix-langrock.de

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Sex Education war 2019 eine der erfolgreichsten Netflix-Produktionen. Über acht Folgen begleitet der Zuschauer Otis Milburn, einen schüchternen Jugendlichen, auf seinem Weg zum gefragten Sexualtherapeuten für seine Mitschüler. Im Januar 2020 erschien die zweite Staffel auf Netflix.

Das mag in bestimmten Bereichen des Lebens möglicherweise so sein. Aber mitnichten nicht in allen. Gerade können wir in der Netflix-Serie „Sex Education“ sehen, wie der scheue Otis seinen Mitschülerinnen und Mitschülern die Komplexität des menschlichen Zusammenlebens erklärt – und das mit Abstand besser als seine Mutter, die immerhin Sextherapeutin ist. Dieses Beispiel zeigt: Jugendliche können viel einfacher und verständlicher erklären als mancher Erwachsener. Und das sogar beim Thema Sex.

Und es gibt noch weitere Gebiete, auf denen wir Jugendliche viel mehr Wissen haben und den meisten Erwachsenen voraus sind. Beispiel Drogen: In der Schule, durch Freunde und auch durchs Internet werden viele Jugendliche früh an das Thema herangeführt. Viele wissen schon mit zwölf Jahren mehr über Folgen und Effekte des Drogenkonsums als ihre eigenen Eltern. Wir sind also doch nicht ganz so unwissend, wie es mancher Erwachsener vermuten würde. Ganz im Gegenteil.

Also, wir Jungen können Wissen vermitteln, wir können recherchieren. Und wir trauen uns zu, Veränderungen anzugehen. Weil wir uns durch unsere „Unwissenheit“ nicht entmutigen lassen. Dennoch muss uns Jugendlichen auch bewusst sein, dass wir die wirklich wichtigen Probleme der Gesellschaft, wie zum Beispiel den Klimawandel oder Bildungsungleichheit, nicht alleine lösen können. Die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf Probleme zu lenken ist das eine. Das andere ist, zusammen mit Politikern, Vertretern der Wirtschaft und der ganzen Gesellschaft diese Probleme auch zu lösen. Wir haben mit unseren Ideen schon viel angestoßen. Jetzt liegt es an uns allen, eine wirklich funktionierende und erfolgreiche Zusammenarbeit aller zu ermöglichen und Herausforderungen direkt anzugehen.