Kultur

Erst Punkte, dann Kunst

Retrospektive der japanischen Avantgardistin Yayoi Kusama im Berliner Gropius Bau.

Fotos: JOHN MACDOUGALL/AFP via Getty Images, Adam Berry/Getty Images

Text: Florian Baumann

Andy Warhol soll ihre Ideen kopiert haben, sie kaperte 1966 den japanischen Pavillon auf der Biennale von Venedig und veranstaltete Happenings und Orgien in New York. Die heute 92-jährige Yayoi Kusama ist das Enfant terrible der japanischen Avantgarde und ist die teuerste lebende Künstlerin. An der Oberfläche erscheint ihre Kunst fröhlich und exzentrisch, aber ihre Arbeiten sind fast immer Ausdruck des Unsichtbaren – Ängste, Emotionen, Erinnerungen, Zwänge. Die Euphorie ist stets gepaart mit einem bedrückenden, bedrohenden Gefühl. Eine Retrospektive der außergewöhnlichen Künstlerin ist noch bis zum 15. August 2021 im Berliner Gropius Bau zu sehen.

Jedes Mal, wenn ich ein Problem hatte, habe ich es mit der Axt der Kunst konfrontiert.

Yayoi Kusama Foto: Ota Fine Arts, Victoria Miro & David Zwirner