Gesellschaft

„Joe Biden muss schnell handeln“

Laut Cathryn Clüver Ashbrook von der Harvard Kennedy School schadet das Verhalten der Republikaner nach der Präsidentschaftswahl in den USA der Demokratie. Joe Biden muss nun schnell handeln.

„Die Republikaner wissen nicht, wie sie ohne Trump die Wähler behalten wollen“

Laut Cathryn Clüver Ashbrook von der Harvard Kennedy School schadet das Verhalten der Republikaner nach der Präsidentschaftswahl in den USA der Demokratie. Joe Biden muss nun schnell handeln.

Interview: Alexander Görlach Foto: Benn Craig/Belfer Center

Joe Biden ist zum nächsten Präsidenten der USA gewählt worden. Auch in Deutschland war das Aufatmen darüber förmlich hörbar. Aber wird sich das Verhältnis zwischen beiden Ländern nun auch substanziell verbessern? Die Biden-Regierung hat es sich zum ersten außenpolitischen Ziel gesetzt, die transatlantischen Beziehungen nicht nur wieder zu kitten, sondern eben auch in der Sache zu verbessern. Ein besonderes Augenmerk will die neue Regierung auf die Werte und die Systemarchitektur der globalen Demokratien legen. Mit einem „Kongress der Demokratien“ will der neue Präsident der Verbreitung von Autokratie Einhalt gebieten und unterstreichen, dass für die komplexen Probleme unserer Zeit die Demokratie die am besten geeignetste Gesellschaftsordnung ist. Zu den Themen, die Herr Biden sofort angehen will, gehören die Bekämpfung der Covid-19-Pandemie und der Wiederbeitritt zum Pariser Klimaabkommen. Warum hat er diese beiden Themen so herausgestellt? Ohne die Pandemie in den Griff zu bekommen, wird es keinen weltwirtschaftlichen Aufschwung geben – 4,5 Prozent Kontraktion ist die Prognose –, von den gravierenden Verlusten an Leib und Leben erst gar nicht zu sprechen. Die Klimakatastrophe rollt zwar langsamer auf uns zu, wird aber in ihren Auswirkungen noch viel gravierender werden. Die USA haben in den vergangenen vier Jahren zu den Lösungen solcher internationalen Probleme auf höchster Ebene nichts beigetragen, eine Politik des leeren Stuhls betrieben und damit beim eigenen Führungsanspruch versagt. Das möchte der neue Präsident zurückdrehen, nicht nur im Eigeninteresse, sondern auch um die Verantwortung Amerikas für die Welt wieder zu unterstreichen.

„Ein besonderes Augenmerk will die neue Regierung auf die Werte und die Systemarchitektur der globalen Demokratien legen.“

Joe Biden ist zum nächsten Präsidenten der USA gewählt worden. Auch in Deutschland war das Aufatmen darüber förmlich hörbar. Aber wird sich das Verhältnis zwischen beiden Ländern nun auch substanziell verbessern? Die Biden-Regierung hat es sich zum ersten außenpolitischen Ziel gesetzt, die transatlantischen Beziehungen nicht nur wieder zu kitten, sondern eben auch in der Sache zu verbessern. Ein besonderes Augenmerk will die neue Regierung auf die Werte und die Systemarchitektur der globalen Demokratien legen. Mit einem „Kongress der Demokratien“ will der neue Präsident der Verbreitung von Autokratie Einhalt gebieten und unterstreichen, dass für die komplexen Probleme unserer Zeit die Demokratie die am besten geeignetste Gesellschaftsordnung ist. Zu den Themen, die Herr Biden sofort angehen will, gehören die Bekämpfung der Covid-19-Pandemie und der Wiederbeitritt zum Pariser Klimaabkommen. Warum hat er diese beiden Themen so herausgestellt? Ohne die Pandemie in den Griff zu bekommen, wird es keinen weltwirtschaftlichen Aufschwung geben – 4,5 Prozent Kontraktion ist die Prognose –, von den gravierenden Verlusten an Leib und Leben erst gar nicht zu sprechen. Die Klimakatastrophe rollt zwar langsamer auf uns zu, wird aber in ihren Auswirkungen noch viel gravierender werden. Die USA haben in den vergangenen vier Jahren zu den Lösungen solcher internationalen Probleme auf höchster Ebene nichts beigetragen, eine Politik des leeren Stuhls betrieben und damit beim eigenen Führungsanspruch versagt. Das möchte der neue Präsident zurückdrehen, nicht nur im Eigeninteresse, sondern auch um die Verantwortung Amerikas für die Welt wieder zu unterstreichen.

Cathryn Clüver Ashbrook ist die Direktorin des „The Future of Diplomacy“-Projekts an der Harvard Kennedy School.